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  15.01.2005 | Spatzen-Aufstand in Regensburg beendet
   
 

Regensburg setzt alles daran, Kulturhauptstadt Europas 2010 zu werden. Doch zwischen den Jahren schwammen die Felle davon. Der Streit um ein provokatives Frosch-Kruzifix hatte ungeahnte Folgen: Die Domspatzen waren plötzlich keine Kulturhauptstadt-Botschafter mehr. Doch jetzt singen die Spatzen wieder für Regensburg. Ein klärendes Gespräch zwischen Stadt und Kirche konnte die Wogen glätten.

   
  Beitrag in "Bayerischer Rundfunk - Capriccio" vom 14. Januar 2005
   
  Regensburgs 2010-Projektbegleiter Veit Loers wollte provozieren, als er auf der Veranstaltung "kultuRklub 2010" einen knallgrünen Plastik-Laubfrosch, der an ein Holz-Jesuskreuz genagelt ist, präsentierte. Eine Darstellung, die religiöse Gefühle verletzt - das sagte Generalvikar Wilhelm Gegenfurter im Bayerischen Rundfunk. Die katholische Kirche wollte die Bewerbung Regensburgs nicht mehr unterstützen, bevor Oberbürgermeister Hans Schaidinger sich eindeutig von der Kruzifix-Aktion distanziert. Schaidinger hat bereits einen versöhnlichen Brief an den Bischof geschrieben. Aber der ging der Kirche nicht weit genug.
 
  Der Künstler Martin Kippenberger sorgte schon 1990 mit einem Frosch am Kruzifix für Diskussionen. Damals trug sein Frosch den Untertitel: "Was ist der Unterschied zwischen Casanova und Jesus. Der Gesichtsausdruck beim Nageln."
   
  Die Konsequenz: Regensburg stand vorübergehend ohne seine wichtigsten Kulturhauptstadt-Botschafter da, die Regensburger Domspatzen. Bis zu einem Versöhnungsgespräch, bei dem Loers sich dafür entschuldigte, religiöse Gefühle verletzt zu haben. Schaidinger hat Generalvikar Gegenfurter, den evangelischen Regionalbischof Hans-Martin Weiss und Dekan Gottfried Schoenauer an einen Tisch gebeten. Bischof Gerhard Ludwig Müller war auf Pastoralreise.
 
  Der Frosch-Eklat ist vom Tisch - und die Domspatzen singen wieder für ihre Stadt.
   
 

Das Schlingensief-Problem

Offen ist allerdings noch die Rechnung mit Christoph Schlingensief. Regensburg hat versucht, ihn als Werbeträger einzuspannen. Die Stadt geht davon aus, dass er ein Stück über Regensburg zugesagt hat. Es soll einmalig an der Berliner Volksbühne zu sehen sein. Schlingensief sagte zu diesem Coup in Bayern2Radio: "Es gibt kein Theaterprojekt über Regensburg. Wie auch - ich kenne Regensburg überhaupt nicht." Wenig später ruderte er aber zurück: Der Theatermacher will sein Stück "Kunst und Gemüse" mit Regensburg-Bezügen spicken. Ein eigenes Theaterstück sei aber nicht drin, sagte er im DeutschlandRadio. Eigentlich sollte ein klärendes Gespräch in Berlin die Wogen glätten. Der Bayerische Rundfunk erfuhr am Dienstag jedoch vom Regensburger Kulturhauptstadt-Büro, dass Schlingensief den Termin kurzfristig abgesagt hat.

   
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